Von Triest bis ins Piemont...

Zwei Wochen Zeit für Italien - lange überlegten wir, wo es denn hingehen soll. Möchten wir mal wieder altbekannte Orte in der Toskana besuchen, oder an die Adria rüber, oder was denn überhaupt? Klar war die zweite Woche, da waren Meran und das Piemont gesetzt. Da wir zufällig mal über Mantua gelesen hatten, beschlossen wir, die ersten beiden Nächte dort zu verbringen. Und was soll ich sagen - es war wunderschön. Mantua liegt in der Lombardei und ist umgeben von drei künstlichen Seen. Es liegt etwa eine halbe Stunde südlich von Verona. Die Stadt hat rund 50.000 Einwohner und einen wunderschönen Altstadtkern mit Kirchen und dem Palazzo Ducale. Sie ist von deutschen Touristen noch nicht so entdeckt, dafür waren viele Reisebusse mit italienischen Touristen und Schülern in der Stadt. Mantua hat eine wechselvolle und interessante Geschichte und war 2016 Kulturhauptstadt Italiens. Gewohnt haben wir in einem hervorragend ausgestatteten Appartement direkt am Rande der Altstadt, das pikobello sauber war und wir mit herzlicher Gastfreundschaft empfangen wurden. Die Lage ist bestechend, man wohnt ruhig und erreicht in der Stadt alles leicht zu Fuß.

Am Anreisetag machten wir noch eine kleine Bootsfahrt und ließen uns durch die Stadt treiben; den Tag danach verbrachten wir mit einem Stadtrundgang um die meisten Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.


Am nächsten Tag hieß es dann wieder Koffer packen und die Reise führte uns weiter nach Triest. Auch hier fühlten wir uns sofort wohl und die Stadt gefiel uns gleich so gut, dass wir unseren Aufenthalt spontan um zwei Nächte verlängerten. Das war auch gut so, denn es gibt in der Stadt und der Umgebung viel zu entdecken. Triest ist die Hauptstadt der Region Friaul-Julisch Venetien, ist eine Hafenstadt und beherbergt etwa 205.000 Einwohner. Die Stadt ist geprägt von einer mittelalterlichen Altstadt, einem klassizistischen österreichischen Viertel und der Piazza dell'Unità. Dies ist der größte Platz der Stadt; er ist an drei Seiten umrahmt von neoklassischen und barocken Gebäuden, die vierte Seite öffnet sich zum Meer, dem Golf von Triest. Eine wunderbare Atmosphäre herrscht dort.  Von dort kann man hervorragend den Sonnenuntergang beobachten. Auch kulinarisch ist die Stadt interessant; hier vereint sich die italienische Küche mit der Österreichischen und natürlich der Küche des Balkans - Slowenien liegt nur wenige Kilometer entfernt.


Den verbleibenden Anreisetag verbrachten wir mit einem ersten Rundgang durch die Gassen. Um den Canal Grande gab es einen riesigen internationalen Mark, auf dem alles, was Europa zu bieten hat, angeboten wurde. Von Paella bis Wodka und Kaviar war alles zu finden.

 

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Bus hoch nach Opicina. Von dort wanderten wir über die Strada Napoleonica nach Prosecco. Dazwischen machten wir noch einen Abstecher zur Wallfahrtskirche Monte Grisa.

Die Strada Napoleonica führt hoch über dem Meer eben von Opichina nach Triest. Es eröffnen sich wunderschöne Ausblicke auf das Meer und die Stadt. Kurz vor dem Städtchen Prosecco geht ein Weg hoch zur Kirche Monte Grisa. Von aussen wirkt die Kirche nicht wirklich einladend mit ihrer Fassade aus Sichtbeton. Jedoch schon die Form eines Dreiecks weckt die Neugier. Im Innenraum umfängt einen eine sagenhafte Atmosphäre; es ist ruhig und von allen Seiten lichtdurchflutet. Fast schon erhaben fühlt man sich in diesem doch schlichten Raum, der viel Platz lässt für eigene Inspiration und trotzdem das Auge auf die moderne Ausstattung zieht. Ein wunderbarer Ort zum verweilen und durchatmen! Wir wandern weiter nach Prosecco, wo wir ein kleines Mittagessen zu uns nehmen und dann auf dem gleichen Weg zurück nach Opichina. Wer bei dem Dorfnamen an das beliebte, prickelnde Kaltgetränk denkt, wird enttäuscht. Wir haben keine einzige Cantina, nichtmal ein Geschäft für den Einkauf gesehen... Zu Fuß unterwegs waren wir an diesem Tag etwa 16 km. Den Abend lassen wir in Triest beim Sonnenuntergang und einem leckeren Essen ausklingen.


Tags darauf besichtigten wir das Schloss Miramare.

Wir fuhren mit dem Bus bis hinter das Schloss, nach Grignano. Vom Hafen dort kommt man direkt in den Schlosspark. Wir besichtigten den Park und das Schloss, beides ist sehr schön und wir können den Besuch dort nur empfehlen. Zu Fuß ging es zurück in die Stadt über die Uferpromenade und durch das alte Hafenviertel. Da würde ich mich gerne mal frei mit meinem Foto bewegen, ein toller Lost-Place! Wir erklommen noch den Burghügel, genossen den Ausblick von dort oben und besichtigten die Kathedrale. Die Bilder zu diesem abwechslungsreichen Tag sind hier! Unsere Laufstrecke betrug an dem Tag etwa 21 km. 


Unser letzte Triest-Tag führte uns mit dem Auto hinaus aus der Stadt. Entlang am Meer fuhren wir nach Grado.

Die Stadt Grado liegt auf einer Insel in einer Lagune. Sie ist ein Badeort an der Adria mit schönen Stränden nach beiden Seiten der Stadt. Überraschend ist der wunderschöne alte Stadtkern mit etlichen Kirchen; in zweien kann man tolle Mosaikfussböden bewundern. Nach der Besichtigung der Stadt fuhren wir noch zur Basilika von Aquileia.

Das Bauwerk wurde im 11. Jahrhundert errichtet und nach dem Vorbild der Michaeliskirche in Hildesheim erbaut. Berühmt ist Aquileia wegen seiner Mosaikböden. Achtung: es wird darauf geachtet, dass die Schultern bedeckt sind! Ein Besuch dieser Kirche ist absolut empfehlenswert. Hier geht es zu den Bildern.


Gewohnt haben wir in Triest im B&B Hotel direkt gegenüber vom Bahnhof. Das Hotel liegt geschickt am Rande der Altstadt; es war sauber und das Zimmer riesig, spartanisch eingerichtet, aber alles da was man braucht. Zwei kleinere Beanstandungen von uns wurden sofort behoben und mit einem Gutschein fürs Frühstück vergolten. Das Auto kann man gegenüber am Bahnhof im öffentlichen Parkhaus unterstellen. Gegessen haben wir mehrfach hervorragend in der Hostaria Malcanton.


Und wieder hieß es Koffer packen. Da wir noch in der Gegend bleiben wollten,  fuhren wir nur ein paar Kilometer weiter nach Muggia. Dort hatten wir eine günstige Unterkunft im Hotel San Rocco gefunden. Dieses hat uns positiv überrascht; schöne, gepflegte Zimmer und direkt an der Marina liegt das Hotel etwa 800 m von der Altstadt entfernt. Wir erkundeten das Städtchen, das uns mit einem Markt empfing. Auch hier waren wir begeistert! Ein malerisches Dorf mit  Fischerhafen und ein wunderschöner Ortskern, das ganze gewürzt mit frischer Meeresluft. Herz, was willst Du mehr?

 

Tags darauf fuhren wir zum Refugio Mario Premuda. Dort parkten wir das Auto und schnürten die Wanderstiefel. Auf wunderschönen Wegen durchwanderten wir das Val Rosandra und machten sogar einen kurzen Abstecher nach Slowenien. Das war eine wunderschöne Wanderung, gut ausgezeichnet und bis auf den letzten Abstieg auch einfach zu gehen.  

Die Landschaft im Karst ist sehr abwechslungsreich, von karg bis zum romantischen Bachlauf sieht man alles. Die Wanderstrecke betrug etwa 6 km mit ca. 300 Höhenmetern. Die Bilder der beiden Tage finden Sie hier! An beiden Abenden genossen wir unser Abendessen auf der Terrasse des Ittiturismo La Terrazza mit frischem Fisch und dem romantischen Sonnenuntergang direkt vor der Nase. Ein Traum!


Nach diesen erlebnisreichen Tagen ging es für uns in "alte Gefielde", nach Meran. Dort verbrachten wir fünf wunderschöne Tage mit Wandern, Zeit mit Freunden und gutem Essen. Gewohnt haben wir wie immer im Hotel Aster in Obermais. Unsere Wanderungen führten uns zum Schloss Tirol, über den Marlinger Waalweg zum Haidenhof und wir entdeckten den Marlinger Höhenweg. Auch ein Spaziergang in der Stadt durfte nicht fehlen und eine Tag verbrachten wir im Garten von Schloss Trauttmansdortff. Es waren wunderbare Tage!

Obwohl wir nun schon oft in Meran waren, gibt es doch immer wieder Neues zu entdecken und zu erwandern. Auch in den Gärten von Trauttmansdorff finden sich immer wieder neue Überraschungen, wie in diesem Jahr zum Beispiel der "Garten für Verliebte". Kommen Sie mit uns ins schöne Südtirol!


Nach einigen Tagen hieß es auch hier Koffer packen und wir fuhren Richtung Piemont. Auf der Strecke kamen wir an Tortona vorbei, wo wir einen kurzen Zwischenstopp und einen Spaziergang durch die Stadt machten.


Positiv überrascht setzten wir uns ins Auto und es ging weiter  zu unserer letzten Station zu unseren Freunden Federica und Massimo ins Cacciatori nach Cartosio. Hier verbrachten wir unsere letzten beiden Abende und Nächte des Urlaubs.  Wir waren schon oft in der Gegend und doch erkundeten wir zwei für uns neue Stellen. Wir waren im kleinen Dorf Fontanile, das sich mit einer riesigen Kirche schmückt, und wir besuchten die Villa Ottolenghi in Acqui Terme. Beides ist wirklich sehenswert. Hier sind die Bilder.


Für uns ging ein sehr schöner und erlebnisreicher Urlaub zu Ende. Wir durften viele neue Dinge entdecken und uns an bekannten Orten zu Hause fühlen. Es war einfach klasse!


Vielen Dank für Ihr Interesse!

 

 

 

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